Welches Lied passt zu mir?

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Hast du dich jemals gefragt, warum einige Sänger genial klingen, wenn sie ein bestimmtes Lied singen, es sich bei dir aber nicht annähernd so gut anhört?

 

Du weißt, dass du singen kannst, aber selbst nach längerem Üben bekommst du das Lied nicht so hin, wie du es dir vorstellst?

Egal ob als Anfänger oder Profi

… eins habe ich in den letzten 15 Jahren als Jazzsängerin und VocalCoach festgestellt: Wenn ein Song nicht “funktioniert”, denkt der Sänger häufig als Erstes, er oder sie wäre einfach nicht gut genugstatt sich einmal gründlich die Fakten anzuschauen. Oft wird man nämlich feststellen, dass es an ganz anderen Faktoren lag.

Diese Faktoren möchte ich dir aufzeigen, damit du gar nicht erst in das Denkmuster verfällst, alles läge allein an der Qualität deiner Stimme. Denn um das Instrument Stimme zu erlernen, brauchst du mehr Zeit, als du denkst. Lieder und Stimmen sind komplexe Angelegenheiten.

Trotzdem können professionelle Sänger aus irgendeinem Grund kontinuierlich ein Repertoire an großartig klingenden Songs aufbauen. Wie machen sie das?

Manches davon kann man lernen, anderes wiederum auch nicht. Um das, was man lernen kann, soll es heute gehen. Ich möchte dich in diesem Artikel in die Punkte einweihen, die für Profis so normal sind, dass sie darüber gar nicht mehr reden müssen.

In der Zwischenzeit möchte ich aber trotzdem, dass du Freude daran hast, deine Lieder zu singen. Und das klappt nur, wenn du mehr in die musikalischen Aspekte des Musikmachens investierst und dich als Teil von etwas Größerem betrachtest.

Selbst wenn du noch nie gesungen hast, kannst du auf diese Weise neben dem stimmlichen Aufbau deine musikalische Reise mit deinen Songs genießen.

 

“Ich möchte dich zum Sherlock Holmes deiner Stimme, Gefühle und Musik machen.  Denn darum geht es doch beim Musikmachen: dich auszudrücken und Spaß dabei zu haben. Ob andere das gut finden, ist zweitrangig.”

Was ist am wichtigsten, um Songs zu lernen?

Fördere deine musikalische Vorstellungskraft

Der Vater eines Bekannten wurde als Teenager im Zweiten Weltkrieg verwundet und verbrachte die besten zwei Jahre seines Lebens in einem Lazarett in Wien: Da er eine Augenverletzung hatte, konnte er sich frei in Wien bewegen und kam als Begleitperson für die blinden Soldaten umsonst in verschiedene Veranstaltungen. Abend für Abend besuchte er die Operette und Oper. Er selbst spielte kein Instrument und kannte keine Noten. Es war ihm aber wichtig, dass seine Kinder Instrumente lernten. Denn er war selbst extrem musikalisch. Warum?

 

Er hatte in seinem Leben viel Musik gehört.

 

Man kann dann gar nicht anders, als Musik in ihrer Essenz zu fühlen. Das ist das Wichtigste für dich, wenn du selbst Musik machen willst: Höre

Musik.

 

Viel Musik.

 

Unterschiedliche Musik.

 

Zu Hause.

 

Live im Club.

 

Aufgezeichnete Konzerte.

 

Zusammen und allein.

 

Je mehr Musik du bewusst hörst, desto mehr Ideen bekommst du. Lerne so viel wie möglich von anderen Musikern und Kreativen. Sammle musikalische Ideen und Vorbilder.

 

Je mehr du heraushören kannst, was du magst und was nicht und warum das so ist, desto besser kannst du es auf deine eigene Musik übertragen. Ohne innere Vorstellung entstehen keiner Lieder. Deshalb: Höre die Musik, die du auch singen willst.

 

Und wenn du Jazz singen willst, höre dir die Großen und Alten der Jazzmusik an, nicht nur Norah Jones, Gregory Porter und Michael Bublé.

 

Denn alle Musik, die wir heute hören, baut auf der alten Musik auf und führt sie weiter.

 

Denn alles steht und fällt mit der richtigen Songauswahl.

 

Auch gute Sänger können nicht alles singen

Ein Freund lebte am Anfang seines Medizinstudiums als Untermieter bei einer Frau, die überall in der Wohnung kleine Zettelchen kleben hatte mit den Botschaften “Ich bin schön” und “Ich liebe mich”. Zu unserer Schande hat uns Freunden das immer sehr viel Anlass zu Witzen gegeben. Ob die Zettelchen etwas gebracht haben, weiß ich nicht. Bringt es etwas, wenn wir uns immer wieder selber sagen: Ich finde meine Stimme schön? Ich glaube, eher nicht.

 

Was aber, wenn andere dir dasselbe sagen? Glaubst du ihnen, dass sie deine Stimme mögen? Wenn nein, warum nicht?

 

Die meisten Menschen sagen: Ich mag meine Stimme nicht gern hören. Das kommt daher, dass sie ihre Stimme tagtäglich anders wahrnehmen als z. B. bei einer Aufnahme. Sie sind geschockt, dass andere diese Stimme von ihnen hören, und meistens setzt dann die Scham ein. Aber nützt uns das was?

 

Nicht wirklich. Denn Scham verhindert Freiheit und Selbstbewusstsein und beides ist wichtig fürs Singen. Wichtiger als unsere eigene Stimme zu lieben, ist, sie kennenzulernen in all ihren Facetten und zwar so weit wie möglich ohne emotionale Beurteilung.

 

Diese Fragen kann jeder professionelle Sänger beantworten:

 

  • Klingt meine Stimme hell oder dunkel?
  • Klingt sie warm oder metallisch?
  • Wie klingt sie in welchen Lagen?
  • Bei welchen Tönen klingt meine Stimme für mich am besten?
  • In welcher Lage klinge ich wie ich?

 

Eine Kollegin von mir hatte dramatische Begegnungen mit verschiedenen GesangsCoaches, die sie immer in die Höhe trimmen wollten. Dabei hat schon ihre Sprechstimme einen tiefen Klang. Es ist für sie immer noch ein wunder Punkt, sich einzugestehen, dass ihre sehr tiefe Stimme sie eher reflektiert als eben die hohen Töne.

 

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Randnotiz:

Wir werden immer die Stimmfarben lieben, die wir nicht haben. Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner. Vollkommen ändern können wir unsere Stimmfarbe nicht, ausbilden hinsichtlich Lautstärke, Intensität, Groove und Ausdruck allerdings schon.

 

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Unser Stimmklang hat (meistens) etwas mit der individuellen Physiologie der Stimme zu tun, mit der wir geboren wurden (siehe hier ein Video zur Anatomie der Stimme).

 

In der Klassik ist das um einiges einfacher: Da wird man gleich zu Beginn mit seiner Stimmfarbe in ein Stimmfach einsortiert. Da gibt es nicht nur den Sopran, sondern den lyrischen Sopran, den dramatischen Sopran, den Charaktersopran, den Knabensopran, den Koloratursopran, den lyrischen Koloratursopran, den Soubrettesopran … Zu jedem Stimmfach gehören bestimmte Lieder. Man trainiert die Stimme dorthin, um diese Lieder überhaupt anständig singen zu können.

 

 

 

Wenn wir unsere eigene Stimme hören und einschätzen können, wird es auch einfacher, andere Stimmfarben besser einzuschätzen. Denn viele Songs, die wir andere singen hören, klingen ganz anders wenn wir die Melodie selber singen.

 

Warum?

 

Weil die Stimmfarbe eines Sängers die Noten höher oder tiefer erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind.

 

Hör dir hier zum Vergleich mal mehrere Sängern an, die denselben Song in derselben Tonart singen: Für die Songauswahl hilft es, wenn du Sänger findest, die eine ähnliche Stimmfarbe wie du haben und auch den gleichen Stil mögen und singen. So kommst du vielleicht recht schnell zu einigen Songs, die dir Freude bereiten.

 

 

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Kurze Randnotiz zum Stimmumfang: Meine Kinder singen seitdem sie geboren sind, so jedenfalls fühlt es sich an. Meine Älteste piepste als Baby mit einem Delfinfiepen. Meine Nichte dagegen brummte als Baby. Andere Kinder singen gar nicht. Dementsprechend hat sich die Muskulatur der Stimme entwickelt. Manche Leute haben von Natur aus einen riesigen Stimmumfang und tun nichts damit. Andere kämpfen um jeden Ton. Es ist unfair, aber so ist es nun mal. Das bedeutet aber nicht, dass wir unseren Stimmumfang nicht erweitern könnten. Ich kenne genügend Beispiele (mich inklusive), die durch regelmäßiges Training den Umfang ihrer Stimme erweitert haben. Wenn du anfängst, musst du allerdings erst einmal mit dem arbeiten und leben, was du zu diesem Zeitpunkt vorfindest.

 

“Wenn du gelangweilt bist von einem Lied, wenn du keinen Bezug dazu aufbauen kannst, dann wird es der Zuhörer auch nicht können.”

Praktische Kriterien für die Songauswahl

Es gibt zudem ganz objektive Kriterien, die dir bei der Songauswahl helfen können.

Es gibt zudem ganz objektive Kriterien, die dir bei der Songauswahl helfen können. Gerade am Anfang ist es manchmal hilfreich, sich Listen mit einfachen Popsongs vorzunehmen, da bei diesen Liedern einige Kriterien schon gewährleistet sind. In der Klassik sind solche Stücke gang und gäbe, da sich ein Sänger dem Niveau eines  Liedes langsam annähern muss, je nach Entwicklung der Stimme.

In der Lerntheorie heißt es: Was man lernen will, darf weder zu leicht noch zu schwer sein. Wenn der Song gleich beim ersten Mal perfekt sitzt, ist das schön, aber höchstwahrscheinlich ist er dann zu einfach. Du wirst vermutlich nichts dabei lernen, sondern eher noch einen Schritt zurückgehen, weil du nachlässig wirst.

 

Ein Song, der schon in den ersten Takten Frust auslöst oder beim Chorus Entgeisterungsschreie weckt, ist einfach noch zu schwer. Dann kannst du ihn dir zwar trotzdem vornehmen, wirst ihn aber sehr viel häufiger hervorholen müssen, bis er wirklich sitzt.

 

Als grobe Regel gilt: Für einen Anfänger darf ein Song maximal zwei schwierige Stellen haben, sonst wird der Frust zu groß. Und Frust verdirbt die Freude. Was (meistens) zum Aufgeben führt.

 

Jeder Song hat irgendeinen schwierigen Part

  • in der Tonfolge,
  • in Tonsprüngen,
  • auf der emotionalen Ebene,
  • im Rhythmus,
  • in den Atemeinsätzen,
  • im Halten der Atemphasen,
  • in der Entwicklung der dynamischen Variation,
  • im Swingen,
  • im Groove,
  • in der Sprache,
  • in der Dynamik,
  • in der Gestaltung,
  • beim Improvisieren.
    • Liegt das Lied innerhalb meines Stimmumfangs?
    • Passt es zu meinem Stimmklang?
    • Welche Tonart ist für meinen Stimmumfang am Besten? 
    • Kann ich den Text leicht aussprechen?
    • Liegt das Lied innerhalb meines Stimmumfangs?
    • Passt es zu meinem Stimmklang?
    • Welche Tonart ist für meinen Stimmumfang am Besten? 
    • Kann ich den Text leicht aussprechen?
    • Kann ich die Message des Songs irgendwie nachvollziehen, besser noch: Entspricht sie meiner Erfahrung und meinen Werten?
    • Funktioniert der Song auch ohne große Produktion z. B. akustisch oder mit einfachem Playback?
    • Ist der Song zu stark an einen Sänger gebunden? Höre ich das Original im Hintergrund immer mit, weil es sich durch seine große Popularität so eingebrannt hat?

    Für einen Anfänger darf ein Song maximal zwei schwierige Stellen haben, sonst wird der Frust zu groß. Und Frust verdirbt die Freude. Was (meistens) zum Aufgeben führt.

    “Ich möchte dich zum Sherlock Holmes deiner Stimme, Gefühle und Musik machen.  Denn darum geht es doch beim Musikmachen: dich auszudrücken und Spaß dabei zu haben. Ob andere das gut finden, ist zweitrangig.”

    Kinderbilder gehören nicht in ein Museum

    Songs sind wie Bilder: Je nachdem, wo sie gezeigt werden, können sie gut oder schlecht wirken. Ein Kinderbild, das im Museum ausgestellt wird, wird bei der breiten Masse viel weniger Ansehen genießen als am Kühlschrank der Eltern. So sehr die Eltern es im Museum auch lieben werden, es gehört nicht dorthin. So ist es auch mit Songs und denen, die sie singen.

     

    Wir vergessen leicht, dass Lieder in einen Kontext gehörten. Dieser Kontext besteht aus den Zuhörern, dem Ort, der Band, der Setliste, dem Arrangement und manchem mehr.

     

    Wenn du bei einer Open Night die fünfte Ballade singst, wird sich das Publikum langweilen egal wie emotional dein Vortrag sein mag. Dein Lied passt nicht mehr, alleine weil schon vier andere Songs derselben Art vorgetragen wurden.

     

    Wenn du auf der Hochzeit deiner besten Freundin ein Lied mit unsauberen Tönen singst, werden trotzdem alle vor Rührung weinen. Weil du einen persönlichen Bezug zu deinem Publikum hast. Singt eine bezahlte Sängerin denselben Song mit denselben unsauberen Tönen, sieht die Sache ganz anders aus.

     

     

    Wenn Sänger nicht die ungeschriebenen Regeln kennen

     

    Ich gehe seit gut 20 Jahren zu den verschiedenen JazzJamSessions in Hamburger Clubs. Jam-Session bedeutet, dass jemand ein Lied vorschlägt, eventuell Noten (= Leadsheet) vorliegen, das Tempo eingezählt wird und dann alle zusammen Musik machen.

     

    B

    ei diesen JamSessions gibt es ungeschriebene Regeln, die man als Neuling nicht kennt.

     

    Die richtige Liedauswahl ist eine davon.

     

    Und auch wenn du mit einem konkreten Arrangement im Kopf oder gar auf der Note ankommst, bist du falsch.

     

     

    Hinweis: Hier findest du eine Liste an Jam-SessionSongs, die du in deiner Tonart lernen und mit denen du mit anderen Musikern zusammen gut spontan Musik machen kannst.

     

     

    Du weißt, dass du singen kannst, aber selbst nach längerem Üben bekommst du das Lied nicht so hin, wie du es dir vorstellst?

    Deine Stimme ist mehr als nur schön oder schlecht…

    … eins habe ich in den letzten 15 Jahren als Jazzsängerin und VocalCoach festgestellt: Wenn ein Song nicht “funktioniert”, denkt der Sänger häufig als Erstes, er oder sie wäre einfach nicht gut genugstatt sich einmal gründlich die Fakten anzuschauen. Oft wird man nämlich feststellen, dass es an ganz anderen Faktoren lag.

    Diese Faktoren möchte ich dir aufzeigen, damit du gar nicht erst in das Denkmuster verfällst, alles läge allein an der Qualität deiner Stimme. Denn um das Instrument Stimme zu erlernen, brauchst du mehr Zeit, als du denkst. Lieder und Stimmen sind komplexe Angelegenheiten.

    Trotzdem können professionelle Sänger aus irgendeinem Grund kontinuierlich ein Repertoire an großartig klingenden Songs aufbauen. Wie machen sie das?

    Manches davon kann man lernen, anderes wiederum auch nicht. Um das, was man lernen kann, soll es heute gehen. Ich möchte dich in diesem Artikel in die Punkte einweihen, die für Profis so normal sind, dass sie darüber gar nicht mehr reden müssen.

    In der Zwischenzeit möchte ich aber trotzdem, dass du Freude daran hast, deine Lieder zu singen. Und das klappt nur, wenn du mehr in die musikalischen Aspekte des Musikmachens investierst und dich als Teil von etwas Größerem betrachtest.

    Selbst wenn du noch nie gesungen hast, kannst du auf diese Weise neben dem stimmlichen Aufbau deine musikalische Reise mit deinen Songs genießen.

    Ein Freund lebte am Anfang seines Medizinstudiums als Untermieter bei einer Frau, die überall in der Wohnung kleine Zettelchen kleben hatte mit den Botschaften “Ich bin schön” und “Ich liebe mich”. Zu unserer Schande hat uns Freunden das immer sehr viel Anlass zu Witzen gegeben. Ob die Zettelchen etwas gebracht haben, weiß ich nicht. Bringt es etwas, wenn wir uns immer wieder selber sagen: Ich finde meine Stimme schön? Ich glaube, eher nicht.

     

    Was aber, wenn andere dir dasselbe sagen? Glaubst du ihnen, dass sie deine Stimme mögen? Wenn nein, warum nicht?

     

    Die meisten Menschen sagen: Ich mag meine Stimme nicht gern hören. Das kommt daher, dass sie ihre Stimme tagtäglich anders wahrnehmen als z. B. bei einer Aufnahme. Sie sind geschockt, dass andere diese Stimme von ihnen hören, und meistens setzt dann die Scham ein. Aber nützt uns das was?

     

    Nicht wirklich. Denn Scham verhindert Freiheit und Selbstbewusstsein und beides ist wichtig fürs Singen. Wichtiger als unsere eigene Stimme zu lieben, ist, sie kennenzulernen in all ihren Facetten und zwar so weit wie möglich ohne emotionale Beurteilung.

     

    Diese Fragen kann jeder professionelle Sänger beantworten:

     

    • Klingt meine Stimme hell oder dunkel?
    • Klingt sie warm oder metallisch?
    • Wie klingt sie in welchen Lagen?
    • Bei welchen Tönen klingt meine Stimme für mich am besten?
    • In welcher Lage klinge ich wie ich?

     

    Eine Kollegin von mir hatte dramatische Begegnungen mit verschiedenen GesangsCoaches, die sie immer in die Höhe trimmen wollten. Dabei hat schon ihre Sprechstimme einen tiefen Klang. Es ist für sie immer noch ein wunder Punkt, sich einzugestehen, dass ihre sehr tiefe Stimme sie eher reflektiert als eben die hohen Töne.

     

    =-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-

     

    Randnotiz:

    Wir werden immer die Stimmfarben lieben, die wir nicht haben. Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner. Vollkommen ändern können wir unsere Stimmfarbe nicht, ausbilden hinsichtlich Lautstärke, Intensität, Groove und Ausdruck allerdings schon.

     

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    Unser Stimmklang hat (meistens) etwas mit der individuellen Physiologie der Stimme zu tun, mit der wir geboren wurden (siehe hier ein Video zur Anatomie der Stimme).

     

    In der Klassik ist das um einiges einfacher: Da wird man gleich zu Beginn mit seiner Stimmfarbe in ein Stimmfach einsortiert. Da gibt es nicht nur den Sopran, sondern den lyrischen Sopran, den dramatischen Sopran, den Charaktersopran, den Knabensopran, den Koloratursopran, den lyrischen Koloratursopran, den Soubrettesopran … Zu jedem Stimmfach gehören bestimmte Lieder. Man trainiert die Stimme dorthin, um diese Lieder überhaupt anständig singen zu können.

     

     

     

    Wenn wir unsere eigene Stimme hören und einschätzen können, wird es auch einfacher, andere Stimmfarben besser einzuschätzen. Denn viele Songs, die wir andere singen hören, klingen ganz anders wenn wir die Melodie selber singen.

     

    Warum?

     

    Weil die Stimmfarbe eines Sängers die Noten höher oder tiefer erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind.

     

    Hör dir hier zum Vergleich mal mehrere Sängern an, die denselben Song in derselben Tonart singen: Für die Songauswahl hilft es, wenn du Sänger findest, die eine ähnliche Stimmfarbe wie du haben und auch den gleichen Stil mögen und singen. So kommst du vielleicht recht schnell zu einigen Songs, die dir Freude bereiten.

     

     

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    Kurze Randnotiz zum Stimmumfang: Meine Kinder singen seitdem sie geboren sind, so jedenfalls fühlt es sich an. Meine Älteste piepste als Baby mit einem Delfinfiepen. Meine Nichte dagegen brummte als Baby. Andere Kinder singen gar nicht. Dementsprechend hat sich die Muskulatur der Stimme entwickelt. Manche Leute haben von Natur aus einen riesigen Stimmumfang und tun nichts damit. Andere kämpfen um jeden Ton. Es ist unfair, aber so ist es nun mal. Das bedeutet aber nicht, dass wir unseren Stimmumfang nicht erweitern könnten. Ich kenne genügend Beispiele (mich inklusive), die durch regelmäßiges Training den Umfang ihrer Stimme erweitert haben. Wenn du anfängst, musst du allerdings erst einmal mit dem arbeiten und leben, was du zu diesem Zeitpunkt vorfindest.

     

     

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